Leslie Lührs sprintet auf starken sechsten Platz bei Paris – Roubaix 

Leslie Lührs

Das Nationscup Rennen, die „Hölle des Nordens“ nahmen gleich drei bayerische Fahrer letzten Sonntag in Angriff. Neben dem Deutschen Meister Leslie Lührs gingen auch Marco Brenner und Linus Rosner in den Farben des deutschen Nationalteams an den Start. Nach 111 brutale Kilometer konnte Leslie Lührs einen starken sechsten Platz im Velodrome sichern.
 
Zeitgleich mit den Profis fand am Sonntag, den 14. April 2019 der Nationscup der Junioren Paris – Roubaix im Norden Frankreichs statt. Insgesamt 20 Nationen mit jeweils 6 Fahrern traten in der ikonischen, heldenhaften aber zugleich auch gefürchteten Hölle des Nordens gegeneinander an. Die deutsche Nationalmannschaft bestand mit Linus Rosner, Marco Brenner und Leslie Lührs aus gleich drei Fahrern des Team Auto Eder Bayern. Von insgesamt 111 Rennkilometern ging es in 17 Sektoren und damit 30km über das weltberühmte Kopfsteinpflaster bis in das Velodrome André Pétrieux, in dem eineinhalb Runden nach Einfahrt in das Velodrome, der Sieger feststehen sollte. Es war jene Strecke, die nur wenige Stunden später auch die Profis in Angriff nahmen. Die ersten 28km bis zum ersten Kopfsteinpflaster-Sektor waren äußerst hektisch und schnell, da jede Nation weit vorne in den ersten Sektor hineinfahren wollte, um Stürze, Defekte und sonstigen Probleme möglichst aus dem Weg zu gehen.
Im Laufe der ersten Rennhälfte verkleinerte sich die erste Gruppe immer mehr, bis schließlich nur noch ungefähr 40 Mann übrigblieben. Darunter waren Team Auto Eder Bayern Fahrer Marco Brenner und Leslie Lührs sowie Linus Rosner, der sich nach technischen Problemen wieder zurück ins Feld kämpfte. Circa 30km vor der Einfahrt in das Velodrome ein Quartett, darunter jedoch leider kein Deutscher, und die Verfolgergruppe schrumpfte immer mehr. Mit dem Deutschen Meister Leslie Lührs und Marco Brenner blieben die deutschen Hoffnungen auf ein Top-Resultat jedoch. Linus Rosner musste seinen Anstrengungen und einem weiteren technischen Defekt jedoch Tribut zollen, sowie der Rest der deutschen Mannschaft.

An den insgesamt 4km langen vier- und fünf-Sterne schweren Sektoren Camphin en Pevèle und Carrefour de l`Arbre, bildete sich rund 19km vor dem Ziel die entscheidende 8-Mann starke Verfolgergruppe, in der Lührs mit Briten, Amerikanern und Niederländern vertreten war. Aufgrund vieler taktischer Manöver schaffte es die Gruppe, in der nur noch Favoriten vertreten waren, jedoch nicht auf die 4-Mann Spitze aufzuschließen und sechs Fahrer konnten bis zum Ziel von hinten an die Spitze den Anschluss finden. Darunter auch Marco Brenner, der den Sprint für Lührs auf den letzten Metern vorbereitete. Der Deutsche Meister sicherte sich im Zielsprint Rang 2 und wurde somit nach knapp drei gefahrenen Rennstunden starker Sechster. 
Marco Brenner komplettierte die Top- 20 mit Rang 16. Linus Rosner beendete das Rennen auf Rang 60. Mit Albert Gatheman, Michel Hessmann und Maurice Ballerstedt fuhren die restlichen Fahrer der deutschen Mannschaft auf Rang 34, 50 und 51. 
 
„Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit meinem 6. Platz bei meiner ersten Teilnahme an der, für mich, so reizvollen und einzigartigen Königin der Klassikersaison Paris – Roubaix. Vor allem deswegen, weil die Vorbereitungen in den vorherigen Wochen nicht so gut und alles andere als geplant verliefen. Es war ein einzigartiger Tag auf dem Rad, den ich nie vergessen werde – sehr hart aber zugleich wunderschön und ich hoffe absolut, dass ich dieses Rennen eines Tages wieder fahren kann“, so Lührs nach dem Ziel. 
 
Auch Linus Rosner zeigte sich sehr angetan von dem Rennen und meinte: „Es war eine unvergessliche Erfahrung und besondere Atmosphäre mit den tausenden Fans und Zuschauern auf den Pavés, die ich eines Tages nochmal erleben möchte.“