Aus der Mitgliederbefragung

Zusammen mit der jährlichen Mitgliedermeldung wurden die BRV-angehörigen Vereine im Februar 2019 gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Von 401 angeschriebenen kamen 44 Vereine bzw. Radsportabteilungen dieser Bitte nach.

Angebotene Sportarten

Bei der Frage nach den angebotenen Sportarten im Verein zeichnete sich das ab, was schon länger zu beobachten ist. Der Straßenrennsport stellt nicht mehr die Mehrheit dar, 25 Vereine kreuzten dies an. 30-mal wurde MTB angegeben, auf Radtourenfahren entfielen 17 Kreuzchen. Es beteiligten sich zudem sieben Vereine mit Trial-Angebot, sechs, die Bahnrennsport betreiben. Radwandern gaben fünf Vereine an.

Die Halle beteiligte sich mit viermal Einradfahren und zweimal Radball.

Die Vereine hatte die Möglichkeit, ihr Angebot auch frei zu beschreiben. Dabei wurden genannt Donwhill (2x), Dirt Jump, E-Bikefahren, Rentnerfahrten,  Enduro und „historische Räder / Stahlradler“.

Trainingsangebot

Die Befragung ergab, dass ein erhebliches Trainingsangebot von nicht ausgebildeten Übungsleitern erfolgt, die somit eine sehr wichtige Stütze in den Vereinen für ein regelmäßiges Angebot sind. 28 Vereine gaben an, sie bieten Training mit ausgebildeten C- oder B-Trainern an, 30 mal wurde angegeben, dass es (auch) Training durch nicht ausgebildete Übungsleiter gibt.

Für die nicht ausgebildeten Übungsleiter, die möglicherweise auch den Aufwand einer Komplettausbildung scheuen, bietet der BRV die sogenannten D-Trainer-Ausbildung an. Hier werden in einem Tageskurs mit acht Unterrichtseinheiten praktische Hilfestellungen für Trainer gegeben, die sich dann auf jeweils eine Dizsiplin (Mountainbike, Straßenrennsport, Bahnradsport) beschränken.

Für Kinder und Jugendliche
An der Frage, ob der Verein ein Training für Kinder und Jugendliche anbietet, beteiligten sich 43 Vereine. Nur 21 gaben an, dass dies der Fall ist. Wenn ein Training angeboten wird, dann immerhin bei zwölf Vereinen zweimal in der Woche, bei drei Vereinen sogar drei- bis viermal wöchentlich.

Trainingslager
27 Mitglieder gaben an, ein Trainingslager zu organisieren. In 20 Vereinen ist dies eine jährliche Maßnahme, in fünf Vereinen sind es zwei Maßnahmen, bei den restlichen beiden Vereinen drei oder mehr Trainingslager.

Vereinsaktivitäten

In 33 Vereinen gibt es Vereinsabende. 13 Vereine halten diesen gelegentlich ab, bei 18 Vereinen gibt es einen monatlichen Clubabend. Die beiden anderen Vereine gaben an, dass man sich zweiwöchentlich oder wöchentlich trifft. In 36 Vereinen wird regelmäßig gefeiert, in fünf Vereinen kommt es dazu nicht.

In diesem Zusammenhang wurden die Vereine auch befragt, wie sie ihr Vereinsleben aufrecht erhalten. Hier wurden zahlreiche Freitexte abgegeben, die Anreiz und Vorbild für andere Vereine sein können. Dafür herzlichen Dank. Dies wird in einem eigenen Artikel vorgestellt werden.

Infrastruktur

27 Vereine können für ihre Vereinsaktivitäten auf ein Vereinsheim zurückgreifen. Immerhin 31 könenn Sportstätten in ihrer Gemeinde nutzen (sechs verneinten dies und sechs machten keine Angabe dazu). 29-mal wurde die Sporthalle angegeben, die Vereine nutzen können. Beliebt sind auch Außensportanlagen (8x), Bikeparks (5), BMX-Bahn (2) oder das Schwimmbad (3). Ein Verein verfügt über eine Pumptrack.

Verein und Bezirk

26 Vereine gaben an, die Bezirkstage zu besuchen. Interessant ist vor allem, warum dies die anderen nicht tun. In den Freitextfeldern wurden sechsmal zeitliche bzw. terminliche Gründe angeführt. Es wird aber auch darauf verwiesen, dass sich ganze Sportarten durch den Bezirk nicht vertreten sehen oder dass man einfach nur den Sport im Sinn hat und die dahinterstehende Politik nicht interessiert.

Erwartungen an die Bezirke
Auch hier wurden die Freitextfelder ausgiebig genutzt. Von den Bezirken wird vielfach erwartet, weiterhin Sportlerinnen und Sportler sowie Veranstaltungen zu fördern. Die Bezirke haben die Möglichkeit bspws. im Rahmen von Förderrichtlinien auf Antrag Zuschüsse zu gewähren, wo von auch Gebrauch gemacht wird.

Weitere Themen:

  • Unterstützung / Förderung einzeler Sportarten (Trial, BMX, Breitensport)
  • Genehmigungsverfahren (öffentlicher Verkehrsraum)
  • Training durch Verbandstrainer
  • Einrichten eines Helferpools für Veranstaltungen

Verein und Verband

Erwartungen

  • Genehmigungsverfahren (öffentlicher Verkehrsraum) und Kosten Polizei / Feuerwehr
  • Großsponsoren für kleine Veranstaltungen finden
  • Nachwuchsförderung (in den einzelnen Disziplinen)
  • Informationsfluss von Präsidium und Funktionsträgern ausbaufähig

Vereine als Veranstalter

Diese Teile des Fragebogens richteten sich an Veranstalter von Rennsport- und / oder Breitensportveranstalter.

Rennsport (Straße oder MTB)
Die Vereine wurden gefragt, warum sie keine Veranstaltungen mehr durchführten, Mehrfachnennungen waren möglich. Je fünfmal wurde als Grund angegeben, dass die Auflagen der Genehmigungsbehörde nicht oder nur schwer umsetzbar waren und dass es nicht genügend Helfer gab. Fehlende Kostendeckung (3) und zu geringe Teilnehmerzahlen (2) waren Gründe.

Wenn Vereine eine Veranstaltung durchgeführt haben, erschwerten folgen Faktoren die Maßnahme:

 

Ich stimme zu

Ich stimme nicht zu

Weiß ich nicht

keine Angabe

Es wird immer schwieriger, die straßenverkehrsrechtliche Erlaubnis für eine Veranstaltung zu erhalten.

8

3

0

2

Es wird immer schwieriger, Sponsoren zu finden.

9

2

1

1

Es fehlt an Unterstützung durch die öffentliche Verwaltung.

5

5

0

3

Anlieger wollen die Veranstaltung verhindern.

3

7

2

1

Es fehlt an Helfern.

8

4

0

1

Die Kosten sind zu hoch.

4

5

2

2

Es ergab sich ein sehr unterschiedliches Bild bei den Kosten für öffentliche Dienstleistungen. Diese sind sicher schwer miteinander vergleichbar, weil die örtlichen Gegebenheiten bei jeder Veranstaltung unterschiedliche Maßnahmen bedingt.

Für Straßensperrungen und Verkehrssicherung wurden angegeben zwischen 46,50 € und 1.500 €. Wobei diese Zahl der absolute Ausreißer unter acht Angaben ist. Die zweithöchste Nennung liegt bei 200 €.

Feuerwehr und THW verlangen zwischen 150 € und 1.000 €. Hier legen neun betragsmäßige Angaben vor, drei sind bei 500 € oder mehr, die anderen sechs bei 150 € bis 275 €.

Für Bauhof / Betriebsamt zahlen die Veranstalter zwischen 20 € und 1000 €.

Neun Veranstalter gaben an, dass seitens der Behörden nicht mit dem sog. Leitfaden gearbeitet wurde, drei wissen es nicht und zwei bejahten die Frage. Diese beiden gaben dann an, dass der Leitfaden keine Hilfe gewesen sei.

In den freien Anmerkungen wurde angeführt, dass der Leitfaden als kontroproduktiv empfudnen werde, vor allem „dass Absperrungen nur durhc Feuerwehr oder THW“ durchzuführen sei.

Anmerkung: Der Leitfaden gibt den Behörden keine Auflagen vor, die sich nicht schon aus anderen Vorschriften, insbesondere aus dem Straßenverkehrsgesetz, den Polizei- und anderen Sicherheitsgesetzen des Freistaates, dem Kostengesetz und für die Behörden verbindlichen Verwaltungsvorschriften ergeben. Der Leitfaden fasst in diesen Punkten die bestehende Rechtslage lediglich zusammen.

Breitensport
Gründe für die Nichtdurchführung einer Breitensportveranstaltung sind vor allem fehlende Motivation bzw. ein fehlender Anlass (3x) und nicht genügend Helfer im Verein (2).

Wenn eine Veranstaltung durchgeführt wurde, wurden die erschwerenden Faktoren wie folgt bewertet:

 

Ich stimme zu

Ich stimme nicht zu

Weiß ich nicht

keine Angabe

Es wird immer schwieriger, die straßenverkehrsrechtliche Erlaubnis für eine Veranstaltung zu erhalten.

3

6

0

3

Es wird immer schwieriger, Sponsoren zu finden.

5

4

2

3

Es fehlt an Unterstützung durch die öffentliche Verwaltung.

1

8

0

3

Anlieger wollen die Veranstaltung verhindern.

1

7

1

4

Es fehlt an Helfern.

8

3

1

1

Die Kosten sind zu hoch.

4

6

0

3

Die Kosten für öffentliche Dienstleistungen gehen nicht derart weit auseinander wie bei den Rennsportveranstaltungen:

Für Straßensperrungen werden zwischen 46,50 € und 130 € bezahlt. Für Feuerwehr / THW gibt es mit 275 € nur eine Nennung. Die Kosten für Bauhof werden mit 20 bis 150 € angegeben.

Drei Veranstalter machen keine Angabe dazu, ob mit dem Leitfaden gearbeitet wurde, vier wissen es nicht. Sechs verneinen die Frage und einer bestätigt, dass der Leitfaden zur Anwendung kam. Von diesem wird angegeben, dass der Leitfaden eine Hilfe war.