Zwei Vereine – zwei Wege zum Erfolg
Erfolgsrezepte, Erfahrungen und Zukunftsperspektiven im bayerischen Breitensport
Der Breitensport in Bayern lebt von engagierten Vereinen, die mit Herzblut, Kreativität und Teamgeist ihre Veranstaltungen auf die Beine stellen. Ihre Events sorgen nicht nur für Bewegung, sondern auch für Begeisterung – und zeigen, wie vielfältig der Radsport in Bayern ist. Wir haben mit zwei erfahrenen Vereinen gesprochen, die seit Jahren mit ihren Veranstaltungen Maßstäbe setzen: dem RSV 1896 Wenigumstadt e.V. und dem SV 1959 Lupburg e.V.. In einem gemeinsamen Interview geben Ulrich Lübbers (Fachwart RTF) und Franz Ehrensberger die Einblicke in ihre Arbeit, sprechen über Trends – und teilen wertvolle Tipps für andere Vereine.
Was ist euer Erfolgsrezept für eine gelungene Breitensportveranstaltung?
RSV 1896 Wenigumstadt:
„Wir binden den ganzen Ort ein, sorgen mit Musik und Rahmenprogramm für Atmosphäre und achten auf verkehrsarme, landschaftlich reizvolle Strecken. Das Gesamtpaket muss stimmen.“
SV 1959 Lupburg:
„Unser Erfolgsrezept sind motivierte und immer freundliche Helferinnen und Helfer, interessante Streckenführungen und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die gute Stimmung im Team überträgt sich direkt auf die Teilnehmenden. Unser Kinderfußballturnier. das. am selben Tag stattfindet, wird als zusätzliche Bereicherung wahrgenommen“
Wie hat sich euer Event über die Jahre entwickelt?
RSV 1896 Wenigumstadt:
„Nach der Corona-Zeit mussten wir uns erst wieder stabilisieren. Heute liegen wir konstant bei rund 500 Teilnehmenden, viele davon Volksradfahrer.“
SV 1959 Lupburg:
„Wir sind von 150 auf 1.500 Teilnehmende gewachsen. Um die Qualität zu halten, haben wir bewusst eine Begrenzung eingeführt – das war ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung.“
Was war euer schönstes Erlebnis oder euer größter Erfolg?
RSV 1896 Wenigumstadt:
„Ein Highlight war die Vergabe des RMCD – und seit 20 Jahren sind wir stolz darauf, bayerischer Meister zu sein.“
SV 1959 Lupburg:
„Unsere größte Bestätigung war, als wir unsere Teilnehmerbegrenzung einführen mussten. Da wussten wir: Wir sind auf dem richtigen Weg.“
Welche Trends beobachtet ihr aktuell im Breitensport?
RSV 1896 Wenigumstadt:
„Masse zieht also Trend zu Großveranstaltungen oder bekannten Veranstaltungen. Der schüchterne Anstieg der Lizenzfahrer, Gravelride muss sich noch weiterentwickeln“
SV 1959 Lupburg:
„Wir haben von Anfang an alle Trends mitgemacht. Der MTB-Bereich stagniert etwas, dafür erleben Rennrad und Gravel einen Aufschwung. Etwa zehn Prozent unserer Teilnehmenden sind mittlerweile mit Gravelbikes unterwegs.“
Was würdet ihr Vereinen raten, die neu in die Veranstaltungsplanung einsteigen wollen?
RSV 1896 Wenigumstadt:
„Unbedingt mit anderen örtlichen Vereinen zusammenarbeiten – das bringt Manpower und stärkt den Zusammenhalt. Und: Genehmigungen frühzeitig anstoßen.“
SV 1959 Lupburg:
„Ohne Freiwillige geht gar nichts. Wer früh mit der Organisation beginnt und den Rahmen mit Programm und Service gut plant, hat die besten Chancen auf Erfolg.“
Wie wichtig ist für euch die Zusammenarbeit mit dem BRV und anderen Vereinen?
RSV 1896 Wenigumstadt:
„Ohne die Unterstützung und den Austausch mit dem BRV wäre vieles schwieriger. Der persönliche Kontakt ist für uns sehr wertvoll.“
SV 1959 Lupburg:
„Die Zusammenarbeit mit dem BRV hebt den Stellenwert unserer Veranstaltung – sie zeigt, dass wir Teil einer großen Radsportgemeinschaft sind.“
Könnt ihr euch vorstellen, im geplanten Mentorenprogramm des BRV mitzuwirken?
Beide Vereine:
„Ja, auf jeden Fall! Es ist eine großartige Idee, Wissen weiterzugeben und neue Vereine zu unterstützen. So bleibt der bayerische Breitensport lebendig und zukunftsfähig.“
Fazit
Ob 500 oder 1.500 Teilnehmende – beide Vereine beweisen, dass erfolgreiche Veranstaltungen kein Zufall sind. Entscheidend sind Teamgeist, Begeisterung und eine klare Vision.
Sie zeigen, dass der Breitensport in Bayern nicht nur wächst, sondern sich ständig weiterentwickelt – mit neuen Ideen, neuen Formaten und einem starken Gemeinschaftsgefühl.
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