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Johannes Knab 80 Jahre

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Johannes Knab, der bis heute erfolgreichste Straßenradsportler Oberfrankens, feiert am 14. September seinen 80 Geburtstag. Der gebürtige Bamberger, der in Hallstadt aufwuchs, zählte als Jugendfahrer, Junior und Amateur viele Jahre zur deutschen Spitzenklasse. 192 Mal trug er als Straßenfahrer das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Insgesamt feierte Johannes Knab 186 Siege - 27 davon bei internationalen Rennen! Bei seinem "Heimspiel" , dem alljährlichen Kriterium des RMV Concordia Strullendorf, holte er als Lokalmatador sechsmal souverän den Sieg - ein bis heute einmaliger Rekord!

 

Johannes Knab, dessen Vater einst ebenfalls im Radsport aktiv war, begann seine Karriere 1962 als 15-Jähriger beim RMV Concordia Strullendorf. Bereits nach wenigen Rennen war er als Jugendfahrer erfolgreich. Doch seine große Klasse konnte er erst als Amateur beweisen. „Mir lagen vor allem die langen und schweren Straßenrennen“, erinnert sich Johannes Knab an seine besten Rennjahre. Als 19-jähriger gewann er in seinem ersten Jahr als Amateur das traditionelle und international besetzte "Moritz-Fischer-Gedächtnis-Rennen" in Schweinfurt. Jahr für Jahr folgten danach viele weitere große Siege bei schweren Straßen-Klassikern wie "Rund um Frankfurt" "Rund um Düren", "Rund um den Henninger-Turm", sowie beim "Großen Tucher-Preis" des RC Herpersdorf!

 

Als Nationalfahrer war Johannes Knab 1967, 1970 und 1971 bei den Straßen-Weltmeisterschaften stets ein sehr gut platzierter Teilnehmer. Auch bei 26 Amateur-Rundfahrten, die Knab sehr gerne fuhr, zählte er stets zu den besten deutschen Teilnehmern. 1969 war Johannes Knab hinter dem Holländer Fedor den Hertog- dem damals weltbesten Straßenamateur- Zweiter der "Internationalen Rheinland-Pfalz-Rundfahrt". Im gleichen Jahr gewann er in Großbritannien eine Etappe der England-Rundfahrt!

1971 sorgte der Straßemvierer des RMV Concordia Strullendorf bei der DM über 100 Kilometer für eine riesige Überraschung. Angeführt von Kapitän Johannes Knab erkämpften die Strullendorfer Wich, Escher und Schäfer hinter dem PSV Köln und Luisenstadt Berlin den dritten Platz!

 

1968 und 1972 war Johannes Knab in Mexiko und in München zweimal Mitglied der deutschen Mannschaft bei Olympischen Spielen.Leider konnte er sich den Traum einer möglichen Medaille nicht erfüllen. In Mexiko wurde er vom damaligen Bundestrainer Otto Ziege (Berlin) in letzter Minute plötzlich zum Ersatzmann degradiert. In München durften Johannes Knab, Algis Oleknavicius , Erwin Tischler und Rainer Podlesch als "Lokalmatatore" auf eine Platzierung unter den ersten Fünf hoffen."Es lief zunächst auch recht gut bei uns, doch nach der Hälfte der 100 Kilometer verloren wir Erwin Tischler und danach fanden wir einfach nicht mehr unserem Rhythmus", erzählt Johannes Knab, der an diesem Tag gut in Form war aber vergeblich kämpfte. Der 20. Platz war für ihn ein Schock und bis heute die wohl größte Entäuschung seiner Karriere.

 

Auch als Bahnfahrer zählte Johannes Knab in den Wintermonaten als vielseitiger Allrounder bei den Zweier-Mannschaftsrennen zur deutschen Spitzenklasse: Hinter den beiden Weltmeistern und Olympia-Siegern Günter Haritz und Peter Vonhof belegte er 1971 bei der Deutschen Meisterschaft über 100 Kilometer mit seinem Frankfurter Partner Heinz Feuerbach den zweiten Platz. 1970 und 1973 standen Knab/Feuerbach bei der Zweier-DM zweimal als Dritte auf dem Treppchen! In Köln gewannen sie 1970 das Rennen um die „Silbernen Adler“!

 

Trotz zahlreicher verlockender Angebote hielt Johannes Knab während seiner ganzen Karriere seinen kleinen Heimatverein die Treue: „Das war einfach Ehrensache für mich“, sagt er rückblickend und fügt hinzu: „Auch wenn ich deshalb als Einzelfahrer meistens viel mehr als andere zu kämpfen hatte, war ein Vereinswechsel, der mir sicher den einen oder anderen Deutschen Vierer-Titel gebracht hätte, für mich nie ein Thema“.

 

Nach dem Ende seiner erfolgreichen Karriere stellte sich Johannes Knab dem RMV, dessen Ehrenmitglied er ist, viele Jahre als Jugendleiter und Trainer zur Verfügung.

 

Neun Jahre lang war Johannes Knab von 1995 bis 2003 als umsichtiger und routinierter Rennleiter bei der "Internationalen Bayern-Rundfahrt" im Einsatz. "Auch das hat mir viel Spaß gemacht, denn dabei hatte ich wieder Kontakt zur aktuellen Rennsportszene und zu vielen früheren Kampfgenossen die als Teamleiter dabei waren". 

 

„Der Radsport ist auch heute noch meine große Passion“, gesteht der „Hannes“, wie ihn seine vielen Radlerfreunde nennen und im Sattel seiner Rennmaschine sitzt er - für die Gesundheit und zum Spaß – auch heute noch gerne. Bei den Treffen und Ausfahrten, die der Nürnberger Klaus Karolzak seit 2014 für die "Ehemaligen" organisiert ist Johannes Knab regelmäßig gerne dabei. Alle Teilnehmer gratulieren dem Hannes herzlich und wünschen gute Gesundheit und weiterhin noch viel Freude am Radsport!                           

 

(Manfred M a r r)

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