Bayerischer Radsportverband e.V.

PASSION RADSPORT IN BAYERN

Straßenradsport

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rückte das Fahrrad in den Mittelpunkt der Menschen, war es nicht aufregend, dass man die Umgebung selbstständig erkunden konnte und mit diesem Fortbewegungsmittel auch längere Entfernungen überwinden konnte. Erst später rückte der Wettkampfgedanke in den Mittelpunkt. Das erste offizielle Straßenradrennen wurde am 31. Mai 1868 über eine Distanz von 1200 Metern im Pariser Vorort Saint-Cloud ausgetragen. Sieger war der Brite James Moore, der auch am 7. Nov. 1869 das erste Straßenrennen zwischen zwei Städten, Paris-Rouen über 123 Kilometern in 10:25 Stunden gewann. Die Absicht der Organisatoren von Paris-Rouen war, den Radsport zu fördern und zu zeigen, dass mit dem Fahrrad beträchtliche Distanzen absolviert werden können. Seit 1896 ist der Straßenradsport Teil des Programms der Olympischen Spiele. In West- und Mitteleuropa hat sich die Beliebtheit des Straßenradrennsports seit den Anfängen bis heute erhalten. Große Popularität genießt der Radsport in Frankreich, Italien, Spanien (vor allem im Baskenland) und der Schweiz, was seinen Ausdruck in den hier etablierten großen Landesrundfahrten Tour de France, Giro d’Italia, Vuelta a España und Tour de Suisse findet, sowie in Belgien (vor allem Flandern), Luxemburg und den Niederlanden. Dort finden viele wichtige Eintagesrennen statt, vor allen die sogenannten Frühjahrsklassiker.

Straßenradsport

 

Neben diesen großen, publikumswirksamen Großveranstaltungen gibt es im Straßenradsport eine Reihe von unterschiedlichen Wettkampfarten, die wir hier im Einzelnen kurz vorstellen wollen. Dabei spielen die gesonderten Altersklassen eine entscheidende Rolle. Die Rennen finden alle in ihrer entsprechenden Altersklasseneinteilung statt, die genauen Reglements des BDR sind in der WB-Straße zu finden.


StraßenradsportBei allen Rennen gelten für die Nachwuchsklassen Übersetzungsbeschränkungen um eine Überlastung der jungen Sportler zu vermeiden und die motorischen Fähigkeiten zu fördern. Die einzelnen Übersetzungsbeschränkungen sind ebenfalls der WB-Straße zu entnehmen.
Alle Wettkampfausschreibungen zu den deutschen Rennen findet man auf der Internetseite www.rad-net.de des BDR. Je nach Altersklasse und Rundenlänge ist die maximale Distanz beschränkt. Die genauen Streckenlängen sind in der WB-Straße zu finden.


Straßenrennen / Eintagesrennen
… sind olympische Disziplin, WM, EM, Deutsche Meisterschaften

StraßenradsportStraßenrennen werden im Massenstart auf großen Runden ab 10 km oder auf Strecken von A nach B ausgetragen. Die Wertung geht auf Endsieg, häufig gibt es während der Rennen Prämien, Punkte- oder Bergwertungen um das Rennen taktisch interessanter und schneller zu gestalten.Die Rennen, die von den Mitgliedsverbänden der UCI organisierten Straßenradsport werden, werden für männliche und weibliche Teilnehmer getrennt ausgeführt.
Je nach Altersklasse und Geschlecht ist die maximale Distanz beschränkt. Die genauen Streckenlängen sind der WB-Straße zu entnehmen.

Als Eintagesrennen (auch Straßenrennen oder Einerstraßenfahren) werden alle Straßenradrennen bezeichnet, die mit der Zielankunft abgeschlossen sind. Sie stellen die älteste Disziplin des Radsports überhaupt dar. Die Streckenlängen von Eintagesrennen können stark variieren, betragen mit wenigen Ausnahmen aber nicht mehr als 250 Kilometer. Die ältesten und berühmtesten Eintagesrennen werden, wie bereits oben erwähnt, als Klassiker bezeichnet.
Straßenradsport

 

Als Etappenrennen werden Veranstaltungen bezeichnet, bei denen an mehreren Tagen nacheinander einzelne Wettkämpfe – sogenannte Etappen – ausgetragen werden, deren jeweilige Ergebnisse in einer Gesamtwertung addiert und zusammengefasst werden. Als ältestes und berühmtestes Etappen-Rennen der Welt gilt die Tour de France.

StraßenradsportVon wenigen Ausnahmen abgesehen, werden Etappenrennen vor allem im Profiradsport durchgeführt, wobei Amateurteams je nach Art der Ausschreibung zumindest meldeberechtigt sind oder vom Veranstalter eingeladen werden können.
In der Bundesrepublik erlebte der Radsport vor allem in den Zeit Rudi Altigs und Dietrich Thuraus größere Popularität. Nach der Wiedervereinigung kam es durch die Erfolge Erik Zabels und besonders Jan Ullrichs zu einer vorübergehenden Hochzeit, in der es drei deutschen Profiteams gelang, sich bei der Tour de France und damit über das Stadium einer Randsportart hinaus in der Öffentlichkeit zu etablieren: Team T-Mobile, Team Gerolsteiner und Team Milram.
Nach den Skandalen um diese Teams erlebte der Radsport einen starken Abschwung. 2014 gab es mit dem Team Netapp-Endura nur ein deutsches Team in der Kategorie Professional Continental Team sowie acht weitere Teams in der Kategorie Continental Team und kein einziges Frauen Profiteam. Im Jahr 2015 werden es, dank einem leichten Aufwärtstrend, wieder mehr werden.

 

 

Rundstreckenrennen/ Kriterium
… auch bayrische Meisterschaften

Bei Kriterien und Rundstreckenrennen wird im Gegensatz zu den Eintagesrennen ein meist innerstädtischer Rundkurs befahren, der zwischen 800 Meter und zehn Kilometer messen muss. Rundstreckenrennen bieten sich mit ihren kurzen Kursen besonders in Städten an.
Aufgelockert werden solche Rennen häufig durch Prämienwertungen um Geld- oder Sachpreise, sie machen das Rennen taktisch interessanter und schneller.

Straßenradsport

Eine besondere Form von Rundstreckenrennen stellen die sogenannten Kriterien dar, bei denen der Sieger selten derjenige Fahrer oder Fahrerin ist, der am Ende des Rennens zuerst die Ziellinie überquert. Bei Kriterien finden in regelmäßigen Abständen (meist alle fünf Runden) Punktewertungen statt, bei denen üblicherweise die für die ersten vier Fahrer 5-3-2-1 Punkt vergeben werden, die Schlusswertung zählt doppelt. Sieger wird der Fahrer der am Schluss des Rennens die meisten Punkte auf seinem Konto verbuchen kann. Allerdings geht ein Rundengewinn dem Gewinn dieser Punkte vor, sodass durchaus ein Fahrer gewinnen kann, der keine einzige Wertung gewonnen hat. Häufig gibt es während der Rennen zusätzlich Prämien um das Rennen taktisch interessanter und schneller zu gestalten.
Je nach Altersklasse und Rundenlänge ist die maximale Distanz beschränkt. Die genauen Streckenlängen sind der WB-Straße zu entnehmen.

Rundstreckenrennen werde dagegen stets auf Endsieg gewertet.

 

 

StraßenradsportObwohl sich die oben beschriebenen Wettbewerbsformen in ihrem Ablauf auch für den Laien sichtbar unterscheiden, gibt es im Straßenradrennsport einen typischen Ablauf mit bestimmten, wiederkehrenden strategisch-taktischen Situationen und dem Einsatz der entsprechenden eignen Möglichkeiten und physischen Fähigkeiten. Da im Rennen der Hauptbezugspunkt das geschlossene Fahrerfeld ist, werden deutliche Zeitunterschiede im Rennen fast ausschließlich durch Attacken erzielt, an die sich dann eine längere Weiterfahrt einer Gruppe oder eines Einzelfahrers anschließt.
Die dafür benötigten physischen Voraussetzungen sind: Ausdauerfähigkeiten über kürzere Distanzen (1 min), hohe Leistung im aerob-anaeroben Übergangsbereich, hohe Laktattoleranz. Im modernen Straßenrennsport wird in der Regel versucht, Ausreißergruppen und einzelne Fahrer durch eine gleichmäßige Verfolgung zu neutralisieren. Diese Arbeit wird in der Regel von drei bis fünf Fahrern oder den Teams getragen, von denen keine Fahrer in der Spitzengruppe vertreten sind.


Im Finale eines Rennens kommt es, wenn das Profil nicht selektiv genug war (Berge, Wind), häufig zu Sprintankünften des geschlossenen Hauptfeldes. Die Sprintermannschaften bereiten dies durch Erhöhung des Tempos und das Lancieren ihrer Sprinter auf den letzten ca. fünf Kilometern vor. Diese Sprinterzüge lassen sich am besten bei den großen Rundfahrten beobachten. In diesem Falle sind wieder die Fähigkeiten und die Gesamtstärke der Mannschaften gefragt. Neben einer möglichst großen Zahl von Fahrern, die über sehr gute Ausdauerfähigkeiten und eine hohe Tempohärte verfügen, sind hier Fahrer mit großer Erfahrung und einem Blick für die taktische Situation gefragt. Am Ende entscheidet jedoch die Cleverness des besten Sprinters, der auch am längsten warten kann um zur rechten Zeit aus dem Windschatten heraus anzutreten.

 


Einzel- und Mannschaftszeitfahren
… sind zum teil olympische Disziplin, WM, EM, Deutsche Meisterschaften


StraßenradsportEine Sonderform des Straßenradrennens bilden die Zeitfahren, bei denen entweder einzelne Fahrer (Einzelzeitfahren) oder ganze Mannschaften (Mannschaftszeitfahren) nacheinander einzeln starten und der Sieger durch die individuelle Zeitnahme ermittelt wird. Zeitfahren werden häufig innerhalb von Etappenrennen ausgetragen oder finden im Rahmen von nationalen und internationalen Meisterschaften statt. Einzelzeitfahren sind auch Bestandteil der Olympischen Spiele.

 

 

StraßenradsportIm Breitensport finden regelmäßig Jedermannrennen – auch im Rahmen von Eintagesrennen – statt, die bis zu fünfstellige Teilnehmerzahlen haben. Ebenso veranstaltet man Radmarathons als Einzel- und Teamwettbewerbe, Ein- und Mehrtagesevent mit bis zu vierstelligen Kilometerdistanzen.